Statt Stadtschreiber einen „Kulturbringer“ für Hemmoor? Botschafter zur Vernetzung der Kulturarbeit in unserer Stadt.

Fest steht, dass Kultur in der Stadt erst durch Gemeinschaftserleben zum Tragen kommt. Diese Botschaft braucht einen Botschafter, denn kulturell verkauft Hemmoor sich weit unter Wert. Die Kultur in unserer Stadt muß unbedingt einen höheren Stellenwert erhalten. Aufwertung und Wertschätzung sind angesagt.

Das Museum der Vor- und Frühgeschichte, unser kleines aber feines Haus „Hemmoorium“, hat der ehrenamtlich tätige Ortsheimatpfleger und  Leiter dieses Museums Tjark Petrich hervorragend aufgebaut und in jahrelanger, kontinuierlicher Bedarfsbeobachtung weiterentwickelt. Mit einer Landeshilfe von 21tausend Euro wurden neue Vitrinen angeschafft und mit einer auf Kinder ausgerichten Museumsdidaktik stellt eine Kinderforscherstation eine neue Anziehungskraft da. 

Kinder wollen Geschichte und Geschichten anfassen, sie begreifen und auch neu modellieren. Wir können  begeistert darüber sein,  wenn die Geschichte unserer Erde und insbesondere auf dieser hier unmittelbar Hemmoor gegründet worden ist, den Kindern interessant und praktisch nähergebracht werden kann. Dafür sollten wir Tjark Petrich  und seinem Team sehr dankbar sein. Kinder- und Jugendbeteiligung auch auf diesem Sektor.

Praktischer kann man Erdgeschichte unserer Region auch im Sinne der Bildung Kindern und Jugendlichen kaum näherbringen. 

Ausgangspunkt,  sich einmal mit den kulturellen Begebenheiten in unserer Stadt zu beschäftigen, war die Wiedereröffnung dieses erdgeschichtlichen Museums. Wir wollen auf einen für das Bürgerforum wesentlichen Aspekt städtischer Kulturarbeit hinweisen.

Im Mittelpunkt steht das kulturelle Leben in all seinen Facetten und da hat Hemmoor einiges zu bieten. Mit kleinräumigen kulturellen Angeboten und individuellen kreativen Nischen hat auch unsere Stadt im Konzert mit anderen Städten und Gemeinden eine gute Chance wahrgenommen und gebucht zu werden.

Gerade in Zeiten der leeren Kassen und bei massiver Konkurrenz in den Medienangeboten,hat es die kommunale Kulturarbeit sehr schwer, sich weiter zu behaupten. Darum sollten wir unsere stadtentwicklungspolitischen Leitziele im Bereich der Kultur und der Kulturangebote wesentlich stärker in das Zentrum unserer Betrachtung rücken, denn die Wertschätzung unserer Kultur- und Stadtgeschichte bedeutet auch die dringend notwendige Aufwertung und Würdigung unserer eigenen Kulturangebote  vorzunehmen.


Auch hier gilt es den Prozess der aktiven und inhaltlichen Vernetzung unserer Hemmoorer Kulturcene  weiter zu entwicklen und wir müssen unbedingt junge Menschen für diese Aufgabe motivieren und gewinnen. Dieses wird uns nur durch modernes und zeitgemäßes Kulturmanagement gelingen, denn ehrenamtliches Kulturmanagement benötigt wie in anderen Feldern des Ehrenamtes, höchste gesellschaftliche  Aufmerksamkeit, aber auch materielle und finanzielle Unterstützung. Wenn kleine Nischenmuseen durch moderne Medien eine hohe Inhaltliche- und Kommunikationskompetenz erreichen könnnen, dann wird das auch junge Menschen anregen mitzumachen, davon bin ich überzeugt. Zum Beispiel hat das „Hemmoorium“ immer noch keine eigene interessante Webseite. Diesen Zustand müssen wir unbedingt ändern.
Kommunale oder auch lokale Kulturförderung, gehört aus unserer Sicht zur politischen Priotität und zur wohnortbindenden wichtigen Lebensqualität einer modernen und was auf sich haltenden Stadtbürgerschaft.

Kultur hat doch schon längst die überragende Eigenschaft erreicht, eine Individualität zu fördern, die wesentlich erst in der Gemeinschaft zum Tragen kommt, so wie wir es zum Tag der offenen Tür des „Hemmooriums“ erleben konnten.
Die Ratspolitik muß vorbildhaft mit mehr Nachdruck stärker und positiver noch zur eigenen Kultur in der Stadt stehen, denn Kultur in der Stadt sind die vielen privaten   und Vereinsinitiativen und Kulturangebote, die selbst als Unternehmerische Initiativen ein vielfältiges und jenes Klima schafft, was eine Stadt mit Kultur ausmacht.

Hemmoor ist die Stadt an der Oste, die  aus einer rein landwirtschaftlichen Struktur, über eine großindustrielle Epoche geprägt wurde.

Dann wurde die Zementindustrie mit seinen unzähligen Geschichten über menschliche Schicksale und Traditionen in die Grube geschoben und somit auch ein zentraler identitätsstiftender Teil Hemmoorer Geschichte.

Ausbuddeln geht nicht, aber Erinnerungen lebendig, interessant und anschaulich wieder auferstehen lassen, ja das kann Hemmoor, man sieht es an dem Deutschen Zementmuseum, ein systematischer und wichtiger  Schritt für eine neue  Identitätsbildung. Die grüne Lok ist für das Bürgerforum in diesem Zusammenhang ein Zukunftssymbol  Hemmoors und sollte uns inspirieren mehr noch als bisher mit gebündelter Energie und Kraft an der kulturellen Zukunft unserer Stadt zu glauben und arbeiten.

Wir Bürgerinnen und Bürger könnten uns gemeinsam aktiv heranmachen, für unsere Stadt ein kulturelles Gesamtbild zu entwickeln. Das gelingt in erster Linie durch praktische Kooperationen und Vernetzungen und gemeinschaftlichem politischen Willen.

Die 21tausend Euro für das „Hemmoorium“ ist die Förderung im Konzept, aber dazu gehört natürlich auch, dass wir z.B. das Umfeld noch familienfreundlicher gestalten und umbauen müssen, denn die Gesamtanlage „Hemmoorium“, die Kulturdiele, Deutsches Zementmuseum, Schwarzenhütten, der Kreidesee, die Schwebefähre  und das wunderschöne Feuchtbiotop in Hemm an der Kreisstrasse nach Oberndorf und in Zukunft dann auch das Musik- und Kulturzentrum „Alte Post“ , sind im Ganzen betrachtet, eine hochinteressante und abwechslungsreiche Gesamtanlage. Hier benötigen wir mehr aktive Vernetzung und Angebotsstrukturen eben auch mit den entsprechenden Aufenthaltsräumen und Gastronomischen Möglichkeiten.

Dankbar muß man den Bürgerinnen und Bürgern sein, die im Beteiligungsprozess der Dorfentwicklung den Wanderweg von Althemmoor bis hierher als eine prioritäre Massnahme angesehen haben. Diese öffnende Verbindung, von einem der ältesten Stadtteile Hemmoors über das Kreideseegelände, direkt zum „Hemmoorium“, ist aus unserer Sicht eine der besten Stadtentwicklungsprojekte in den letzten 20Jahren. Unser Stadtrat hat entschieden, dass diese stadtteil-, touristische- ökologische- und kulturverbindende Achse auch umgesetzt wird.

Wie wärs, wenn wir in Hemmoor analog zu Otterndorf (Stadtschreiber) , einen sogenannten „Kulturbringer“ immer für ein halbes Jahr in der „Alten Post“  wohnen und arbeiten lassen. Er könnte als Student im Bereich von Event- und Kulturmanagent möglicherweise  Impulse und Anregungen, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzungen kreieren…Warum eigentlich nicht? Strassen haben wir genug gebaut, bauen wir jetzt an der Kultur! Diskutieren wir drüber!

 

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