Rüge für Schmidt

Altenpflege gehört nicht in die Hand von Aktiengesellschaften !

Bürgerforum zitierte sinngemäß eine Sozialdemokratische Ministerin aus Niedersachsen und fängt eine Rüge ein.

10%Rendite in der Altenpflege sind ein riesiges Geschäft. Es ist ein ethisch nicht zu vertretendes Geschäftsmodell. Es gibt viele dieser Investmentunternehmen, die mit dieser Art von Gewinnversprechen unglaublich hohe Gewinne auf Kosten des Sozialsystems machen, insbesondere im Altenpflegebereich. Die Demographieanalyse und die ständig ausgleichenden Sozialkassen(Steuergelder) sind der Hintergrund für diesen “Markt der Zukunft”.  Der Mensch steht nicht mehr im Zentrum, sondern die Rendite. Wenn ein Geschäftsmodell systematisch auf dem Rücken von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und somit auf dem Rücken gebrechlicher alter Menschen ausgetragen wird, ist das ein Punkt, wo wir als Bürgerforum Nein sagen zu jeglicher  Unterstützung im Rahmen von Bauleitplanungen für solche Investments.

Ein Beispiel aus dem Klinikbereich sollte uns alle aufhören lassen. Stadt und Landkreis Peine kaufen ihre ehemals privatisierten Kliniken aufgrund der Insolvenz mit Millionen Euro wieder zurück… so könnte es auch im Altenpflegebereich gehen, wenn die Renditenquelle zur Abschöpfung versiegt ist und dieses Kapital aus dem System der Altenfürsorge irgendwo gelandet ist, nur nicht in der zum qualitativen Betrieb der Altenpflege mehr verfügbar. Dieses Model ist unmenschlich und ethisch verwerflich. Weil das Bürgerforum diese Haltung, die nur auf Rendite orientiert ist, wie  z.B. das  der DSR Deutsche Seniorenresidenzen GmbH in der Gesundheits- und Altenfürsorge als “unmenschlich” bezeichnet hat, erhielt Johannes Schmidt,  1.stellvertretender Bürgermeister vom Bürgermeister L.Weritz eine Rüge.  Dieser oben genannte und möglicherweise auch andere Konzerne wollen bei uns im ländlichen Raum eine Einrichtung mit 90Plätzen , 23Wohnungen und ambulante Dienste aufbauen. Kleinere Einrichtungen werden aufgekauft und im Renditeprinzip geführt. Damit erschüttert oder erschlägt dieses Investmentprinzip gut arbeitende Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen unserer Region. Dieser schleichende Prozess verläuft schon seit geraumer Zeit auch bei uns in Hemmoor und wird im Ergebnis eine Monopolisierung bedeuten. Die rausgezogene Rendite geht der qualifizierten Altenpflege im System verloren. Der Steuerzahler gleicht aus. Ein Wahnsinn. Wenn selbst der Geschäftsführer dieses Unternehmens von”Kannibalisierung” in der Altenfürsorge spricht, dann müßte doch jedes Ratsmitglied und auch der Stadtdirektor, der diese “Anfragen im Vorwege” bewerten muss, wissen, was die Zeit geschlagen hat,  wo es hingehen soll und wo es enden wird. Mit der kleinsten Stellschraube im Rahmen der Bauleitplanung, hätten wir ein überregionales Zeichen setzen können. Die Mehrheiten dafür, wären da gewesen. So stimmten SPD und CDU für Renditeabschöpfung  auf Kosten der gebrechlichen Menschen in den Altenpflegeeinrichtungen. Das Bürgerforum setzte auführlich und begründet dagegen. Wo bleibt nur die sozialdemokratische Programmatik und der soziale Flügel der CDU – Norbert Blüm und Heiner Geißler lassen grüßen!

Zitat  : “Wenn aus gebrechlichen Senioren Gewinnstreben und Rendite geschöpft werden, brauchen wir eine grundsätzliche Debatte über die Ballance zwischen Gemeinwohl und Wirtschaftlichkeit”. (Carola Reiman SPD,  Sozialministerin in Niedersachsen in “Hallo Niedersachsen)

Recht hat sie!

 

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