Fraktion setzt sich für ökologische Stadtentwicklung an der „Otto“ ein.

Wir müssen unsere Einstellungen zur bisherigen Stadtentwicklung dringend verändern. Ökologie und Gedeihlichkeit, sind Prüfsteine in der Stadtentwicklung an der „Otto“ . Dafür benötigt das Bürgerforum eine Mehrheit im Stadtrat. Wir sind gespannt, ob unsere Argumente überzeugen.

Das Bürgerforum Hemmoor beriet  auf seiner Augustsitzung in Bröckelbeck das Thema Ökologie und Stadtentwicklung, denn das neue Wohn- und Geschäftsviertel an der „Otto“, wird auch für die zukünftige Stadtentwicklung ein Prüfstein sein. Das Bürgerforum möchte keine städtebaulichen Fehler der Vergangenheit wiederholen und politische Schnellschüsse im Bereich der Gestaltung und der Verkehrsplanung vermeiden. Nachhaltiger Lärm- und Klimaschutz muß in Zukunft auch bei uns eine wesentlich größere Rolle spielen und darum müssen wir in den Vorüberlegungen und Planungen gündlicher werden. Unsere Stadt muß im Klimaschutz den Einwohnern mit Vorbild vorangehen. Das beginnt damit, dass wir ein lebendiges und grünes Stadtquartier an der „Otto“ wollen und nicht eine baulich beziehungslose und zubetonierte Konzeption mit schnellem Abverkauf.

Nach Informationen anderer Stadtplanungsämter, gibt es kaum noch eine Stadt, die im Zuge der Verdichtung innerstädtischer Bebauung ohne Tiefgaragen plant und baut. Verkehrsdichte, Klimawandel, Sicherheit und immer weniger Flächen für Stellplätze, sind wesentliche Argumente. Ja, es gibt tatsächlich auch bei uns im innerstädtischen Bereich keine ausreichenden Stellplätze für die Autos mehr und zusätzlich verstopfte Straßen in solch einer kleinen Stadt, eigentlich ein Unding. Das Bürgerforum möchte das ganzheitliche Planungsverständnis verstärkt in die Stadtpolitik einbringen, denn was wir in Hemmoor auch  baulich bewegen wollen, hat irgendwie immer Auswirkungen auf das ganze Stadtgefüge. Die Zeiten der voneinander isolierten Planungen müssen der Vergangenheit angehören. Dieses sollte auch für unsere Stadt gelten, denn diese Jahrzehntelang gewachsene  grüne Oase an der „Otto“, wird geopfert und benötigt zur Kompensation eine ökologisch nachhaltige Planungskonzeption. Die Bewohner werden es uns danken, wenn wir hier städtebauliche Maßstäbe setzen würden. Grün, Hinterhöfe mit Aufenthaltsqualität und sehr wenige Parkflächen.

Verzichten wir auf Tiefgaragen, sehen wir das als einen schweren politischen Planungsfehler an, denn das Rückgrat dieses neuen Wohnquartiers ist die Kombination von privatem und öffentliche Raum mit grüner Prägung. Wir wollen auf keinen Fall, dass der unter gewachsenen hohen Bäumen geplante, zentrale öffentliche Platz mit entsprechender Aufenthaltsqualität, durch unzählige Parkplätze und einhergehendem Autoverkehr erheblich beeinträchtigt wird. Die Anziehungskraft für Entspannung und Begegnung der Menschen in diesem Wohnquartier könnte dann verloren gehen, bzw garnicht erst entstehen. Das anliegende schon bestehende Wohnquartier würde auch in Mitleidenschaft geraten.

Das Wohnquartier an der „Otto“ soll nach Vorstellung des Bürgerforums nachhaltig auch den ökologischen Aspekten Rechnung tragen. Wir wollen erreichen, dass sich auch  private Hinterhausbereiche entwickeln können und das würde mit einer Dominanz des Autos absolut verhindert. Wir haben eine Vorstellung von diesem innerstädtischen Wohnquartier, wo Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Entspannung und Bildung ermöglicht wird. Die bisher geplanten Wohnkomplexe machen schon den Eindruck, dass jedes für sich eine eigene Qualität hat, aber haben sie auch einen räumlichen Bezug zueinander? Darum ist der zwischen ihnen liegende öffentliche Raum nicht mit Parkplätzen und überwiegender Betongrundlage zu verhunzen. Der Lärmschutz wird in Zukunft eine der wichtigsten Kriterien für die Wohnstandortsicherung sein. Diese zusätzliche ökonomische Belastung  zahlt sich nicht nur für den einzelnen Bewohner langfristig aus, sondern auch für die Lebensqualität in Hemmoor insgesamt. Wir könnten zeigen, wie es auch gehen kann, so die Fraktion.  Darum mahnen wir jetzt schon vor den Fachausschussberatungen sehr deutlich an, dass die Vernachlässigung des öffentlichen und privaten Raums im Wohnquartier an der „Otto“ durch die Dominanz der Autos zum strukturellen Negativwert wird, wenn ja, wird die Fluktuation der Bewohner nicht lange auf sich warten.

Jeder Bewohner einer Wohnsiedlung kennt dass, latente Unruhe verhindert die wichtige Gemeinschaftsverantwortung für das Wohnumfeld und gibt es der möglichen Verwahrlosung preis.

Das geplante Wohn und Geschäftshaus direkt an der „Otto“ wird dieses städtische Wohnquartier prägen und wir müssen dem Großinvestor  sagen, wie die „Hausregeln“ aussehen sollen. Das Bürgerforum: Wir als Stadt dürfen uns nicht dem ökonomischen Druck und den Finanznetzwerkern unterordnen, denn das ist in der Vergangenheit der eigentliche politische Fehler gewesen. Qualität und Gedeihlichkeit, geht vor Schnelligkeit und Investoren-Egoismen, darum wird die Fraktion von den Tiefgaragen in diesem Wohn – und Geschäftshaus nicht abrücken.

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