Regionale Umfragen zur Kommunalwahl sehen erheblichen Zuwachs bei den Bürgerlisten.
Das Bürgerforum Hemmoor hat vor einigen Tagen bei einer Postkartenaktion zur bürgerbeteiligenden Themenabfrage viel Zustimmung erfahren und auch regionale Meinungsumfragen bestätigt bekommen. 500 frankierte Postkarten wurden von Haus zu Haus verteilt und in sehr vielen persönlichen Gesprächen wurde klar der Eindruck bestätigt, dass zu dieser Kommunalwahl sich die Wählerinnen und Wähler stärker auf die Bürgerlisten konzentrieren. Es wird offen formuliert, dass Bürgerlisten auf kommunaler Ebene zunehmend als Alternative zur SPD und CDU, gesehen werden. Insbesondere in den Regionen, in denen bisher die Parteien feste, fast unumstößliche Parteipolitik- und somit auch Machtstrukturen aufgebaut haben. Diese Strukturen „zerbröseln“ zunehmend. Der „Links -Rechts – Reflex“ scheint in den Genen der Parteien, selbst in der Kommunalpolitik so tief zu sitzen, dass in den Augen der Bürgerinnen und Bürger die „Sache“ nicht mehr im Sinne der Gestaltung im Mittelpunkt steht. Die Kommunalpolitik wird in zunehmend von ehemaligen engagierten Parteimitgliedern und von bisher dem Politik-Geschehen auf Distanz stehenden Bürgerinnen und Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft kommend gemacht. Die BGH und das Bürgerforum Hemmoor machten in unserer Stadt und Samtgemeinde Hemmoor vor über 10 Jahren den organisierten Anfang. Das Bürgerforum ist seit 10 Jahren in Fraktionsstärke in den Räten, stellt stellvertretende Bürgermeister und Ausschussvorsitzende. Eine kommunalpolitische Größe, die es jetzt auszubauen gilt. Interessant wird es werden, wenn die Bürgerliste aus Hechthausen, Lamstedt und das Bürgerforum Hemmoor nun auch auf Kreisebene Kandidaten aufstellen und Kreisweit agieren kann. Für das Bürgerforum wird Tjark Petrich auf Listenplatz 3 für den Kreistag kandidieren. Und diese Bürgerlisten bewegen sich immer stärker auch kommunikativ aufeinander zu. Verbindungen werden geknüpft und Interessen der jeweiligen Gemeinden ausgetauscht. Ein spannender Prozess, der fern vom Machtdenken und Machtstrukturen örtliche und regionale Themen mit Zukunftsperspektiven mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam bewegen will. Diese Gemeinsamkeiten lösen sich auch von den bisherigen Gebietsgrenzen und finden zunehmend zu einer vorbehaltlosen interkommunalen Zusammenarbeit. Die menschliche Seite gewinnt wieder mehr an Bedeutung und das ist gut so.



Juli 28th, 2021
Johannes Schmidt
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