Politik auf der Grasnarbe der Wirklichkeit.
30 Jahre für unsere Heimat –
Zeit, Danke zu sagen
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
seit weit über drei Jahrzehnten darf ich Kommunalpolitik in unserer Heimat mitgestalten. Die vergangenen drei Wahlperioden durfte ich dies als Ratsmitglied und Fraktionsvorsitzender des Bürgerforums im Rat der Stadt Hemmoor sowie im Samtgemeinderat tun. Nun habe ich mich entschieden, bei der kommenden Kommunalwahl nicht erneut zu kandidieren.
Seit der amtlichen Bekanntmachung durch den Wahlleiter haben mich viele Bürgerinnen und Bürger auf diese Entscheidung angesprochen. Immer wieder wurde ich gefragt: „Warum kandidieren Sie nicht noch einmal? Sie sind doch noch gar nicht so alt.“
Über diese vielen herzlichen und charmanten Reaktionen habe ich mich sehr gefreut. Ich habe sie als ehrliches Kompliment und als Ausdruck der Wertschätzung meiner kommunalpolitischen Arbeit empfunden. Tatsächlich fühle ich mich gesund, voller Tatkraft und unserer Stadt und Samtgemeinde weiterhin eng verbunden. Gerade deshalb ist meine Entscheidung keine Frage des Alters oder der Kraft. Sie ist vielmehr eine bewusste Entscheidung nach weit über drei Jahrzehnten kommunalpolitischer Verantwortung.
Ich bin überzeugt, dass es auch in der Kommunalpolitik den richtigen Zeitpunkt gibt, Verantwortung weiterzugeben. Wer sich über viele Jahre für Erneuerung, Beteiligung und Zukunft einsetzt, sollte auch selbst bereit sein, einer neuen Generation engagierter Menschen Raum zu geben. Ich gehe nicht, weil mir die Kraft fehlt. Ich gehe, weil ich überzeugt bin, dass Verantwortung auch bedeutet, zum richtigen Zeitpunkt Vertrauen zu schenken – den Menschen, die bereit sind, den begonnenen Weg weiterzugehen. Deshalb fällt mir diese Entscheidung zwar emotional nicht leicht, inhaltlich aber mit großer Überzeugung.
Denn die Arbeit für unsere Heimat war für mich niemals nur ein politisches Ehrenamt. Sie war ein wesentlicher Teil meines Lebens. In all den Jahren durfte ich unzählige Menschen kennenlernen, viele Gespräche führen, Sorgen und Hoffnungen aufnehmen, Ideen entwickeln und gemeinsam mit engagierten Mitstreitern Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt und Samtgemeinde übernehmen.
Dafür danke ich Ihnen von Herzen.
Ohne Ihr Vertrauen wäre all das nicht möglich gewesen. Viele Begegnungen haben mich tief bewegt und geprägt. Ebenso dankbar bin ich für die Menschen, die meine Arbeit kritisch begleitet haben. Zustimmung ist wichtig – ehrliche Kritik oft ebenso. Sie hat mich immer wieder dazu angeregt, genauer hinzusehen, zuzuhören und Entscheidungen sorgfältig abzuwägen. Kommunalpolitik lebt vom zuhörenden Dialog. Genau dieser Dialog war über all die Jahre der Kompass meines politischen Handelns.
Mit besonderer Freude blicke ich auf die Entwicklung des Bürgerforums. Was einst mit der Idee begann, parteiunabhängige, sachorientierte und bürgernahe Kommunalpolitik zu gestalten, ist heute zu einer festen und verlässlichen Kraft in unserer Stadt und Samtgemeinde geworden. Das Bürgerforum ist weit mehr als eine Wählergemeinschaft. Es ist eine Gemeinschaft engagierter Menschen, die Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Meinungen respektieren, gemeinsam nach Lösungen suchen und ihre Entscheidungen am Wohl unserer Heimat ausrichten.
Gerade deshalb kann ich mich mit einem guten Gefühl aus der aktiven Ratsarbeit zurückziehen. Ich weiß, dass das Bürgerforum heute von engagierten, kompetenten und vertrauenswürdigen Frauen und Männern getragen wird. Sie kennen unsere Stadt, sie hören den Menschen zu und sie werden den erfolgreichen Weg des Bürgerforums mit eigenen Ideen, neuen Impulsen und derselben Verantwortung weiterführen.
Ein besonderes Herzensanliegen war und ist für mich die Stärkung der Kinderrechte, des Kinderschutzes und der Familien. Dabei habe ich nie zwischen meiner kommunalpolitischen Arbeit und meinem beruflichen sowie ehrenamtlichen Engagement unterschieden. Für mich gehörte beides immer zusammen. Ob auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene – die entscheidenden Fragen beginnen immer dort, wo Kinder aufwachsen und Familien ihren Alltag gestalten. Die eigentliche Wirklichkeit von Politik entscheidet sich nicht in Sitzungsräumen oder auf Papier. Sie zeigt sich auf der kommunalen Grasnarbe der Wirklichkeit – dort, wo Kinder groß werden, Familien ihren Alltag bewältigen, Kindertagesstätten und Schulen begleiten, Vereine Gemeinschaft schaffen, Nachbarn füreinander da sind und Ehrenamtliche Verantwortung übernehmen. Genau dort entscheidet sich, ob Vertrauen wächst, ob Zusammenhalt gelingt und ob Demokratie für die Menschen erfahrbar wird.
Deshalb war mein Leitgedanke in all den Jahren immer derselbe: Wer die Zukunft gestalten will, muss zuerst die Lebenswirklichkeit der Menschen verstehen. Und wer die Welt mit den Augen der Kinder betrachtet, erkennt oft am klarsten, worauf es wirklich ankommt. Eine Stadt, die für Kinder gut ist, ist eine lebenswerte Stadt für alle Generationen.
Dieses Engagement endet für mich nicht mit dem Ausscheiden aus dem Rat. Mein Abschied aus der aktiven Kommunalpolitik bedeutet keinen Abschied von unserer Heimat und auch keinen Abschied vom Bürgerforum. Gesellschaftliche Verantwortung gehört zu meinem Leben. Auch künftig werde ich Teil des Bürgerforums bleiben, meine Erfahrungen weitergeben, Menschen begleiten und mich dort einbringen, wo ich hilfreich sein kann. Verantwortung ist für mich kein Amt – Verantwortung ist eine Haltung.
Zum Schluss möchte ich Sie herzlich bitten, auch weiterhin dem Bürgerforum Ihr Vertrauen zu schenken. Unterstützen Sie die Frauen und Männer, die bereit sind, Verantwortung für unsere Stadt und Samtgemeinde zu übernehmen – unabhängig, sachlich, bürgernah und mit dem festen Willen, Hemmoor gemeinsam mit seinen Bürgerinnen und Bürgern weiterzuentwickeln.
Wenn ich heute auf weit über drei Jahrzehnte kommunalpolitischer Arbeit zurückblicke, dann denke ich nicht zuerst an Sitzungen, Anträge oder Beschlüsse. Ich denke an die vielen Begegnungen mit Menschen, an Gespräche an der Haustür, auf der Straße, in Vereinen, Kindertagesstätten, Schulen und bei unzähligen Veranstaltungen. Dort habe ich gelernt, was Kommunalpolitik wirklich bedeutet.
Sie beginnt nicht im Rathaus. Sie beginnt dort, wo Menschen einander zuhören, Verantwortung füreinander übernehmen und gemeinsam an die Zukunft glauben.
Dieses Verständnis von Kommunalpolitik hat mich über all die Jahre getragen. Es war mir eine große Ehre, unsere Stadt und Samtgemeinde mitgestalten zu dürfen. Für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben, danke ich Ihnen von Herzen.
Bleiben wir auch künftig gemeinsam unserer Heimat verbunden.
Herzlichst
Ihr Johannes Schmidt
Zukunft beginnt mit Zuhören.



Juli 26th, 2026
Johannes Schmidt
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